Eine dramatische Realitätsprüfung emotional nicht intelligenter Führung

„Melburn McBroom war ein tyrannischer Chef, der seine Mitarbeiter mit seiner Launenhaftigkeit einschüchterte. Das wäre vielleicht nicht aufgefallen, hätte McBroom in einem Büro oder in einer Fabrik gearbeitet. Aber McBroom war Flugkapitän.

Als Mc Broom sich irgendwann im Jahre 1978 im Anflug auf Portland, Oregon, befand, bemerkte er ein Problem mit einem der Fahrgestelle. Also ging er auf Warteschleife und bastelte währenddessen an dem Mechanismus herum.

Während Mc Broom sich wie besessen an dem Fahrwerk zu schaffen machte, ging die Kraftstoffanzeige der Maschine stetig gegen Null. Seinen Kopiloten fürchteten sich jedoch so sehr vor McBrooms Zorn, dass sie nichts sagten, nicht einmal , als die Katastrophe absehbar war. Beim Absturz der Maschine kamen zehn Menschen zu Tode.

Heute  wird die Geschichte diese Absturzes den Piloten während der Sicherheitsausbildung als warnendes Beispiel vorgehalten. [1] Achtzig Prozent aller Flugzeugabstürze beruhen auf Fehlern der Piloten, die sich hätten vermeiden lassen, wenn vor allem die Crew besser zusammengearbeitet hätte. Teamwork, offene Kommunkationsstränge, Kooperation, Zuhören und frei seine Meinung äußern – Anfangsründe der sozialen Intelligenz – werden jetzt neben dem fachlichen Können in der Pilotenausbildung besonders betont.

Das Cockpit ist ein verkleinertes Abbild jeder beliebigen Arbeitsorganisation. Wo es jedoch an der dramatischen Realitätsprüfung eines Flugzeugabsturzes fehlt, bleiben denjenigen, die nicht unmitelbar betroffen sind, die destruktiven Auswirkungen einer schlechten Moral, von eingeschüchterten Mitarbeitern und arroganten Chefs – oder sonstiger Kombinationen emotionaler Defizite am Arbeitplatz – oft weitgehend verborgen. Dabei gibt es etliche Zeichen, an denen man die Kosten ablesen kann: sinkende Produktivität, eine Häufung von verpaßten Fertigungsterminen, Fehler und Pannen, ein massenhafter Wechsel der Angestellten in eine angenehmere Umgebung. Für ein richtiges Maß an emotioinaler Intelligenz am Arbeitsplatz muss unausweichlich ein Preis bezahlt werden, und wenn er in die Höhe schnellt, können auch Firmen abstürzen und zugrunde gehen.“

Dieses aus meiner Sicht unter die Haut gehende sowie leidenschaftfliche Plädoyer für emotionale Intelligenz am Arbeitsplatz stammt aus der deutschen [2] ungekürzten Ausgabe Mai 1997 des Buches „EQ Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman, 2. Auflage Juli 1997, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co, KG, München, S. 190 – Kapitel 10: Führung mit Herz.

Bitte machen Sie sich noch einmal bewusst:

  • Was ist falsch gelaufen? Was können wir aus der Geschichte lernen? Welches ist die Moral?
  • Was kann anders gemacht werden?
  • Was könnte in Zukunft auch noch helfen, die oben beschriebenen Probleme zu lösen oder zu vermeiden?

 

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eMail: dialog(at)petermertingk.de

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Quellen:

[1] Der Absturz des tyrannischen Piloten: Carl Lavin, “ When moods affetct safety: communications in a cockpit means al lot a few miles up“, New York Times vom 26. Juni 1994

[2] Amerikanische Orignalausgabe: Emotional Intelligence. Why it can matter more than IQ: Daniel Goleman, Banatam Books, New York 1959


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