Erleben Sie dank freundlicher Genehmigung von Mediziner Dr. Michael Spitzbart diesen launigen Vortrag „Begeisterung statt Burn-Out“ noch einmal auf meinem Blog – ein Plädoyer für die präventive Medizin. Wertvolles Wissen wird vermittelt, um langfristig Gesundheit und Vitalität zu erhalten. Die IHK Mittlerer Niederrhein und die Westdeutsche Zeitung hatten in der Mercedes-Niederlassung Krefeld die Veranstaltung „Impulse – das Wirtschaftsforum am Niederrhein“ vor zwei Jahren veranstaltet. Herr Dr. Spitzbart war dort Gastredner.

Quelle: MEDICENT Salzburg, Dr. Michael Spitzbart


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Von Stress spricht heute jeder. Ob in der Schule, im Beruf oder beim Einkauf im Supermarkt. Stress scheint heutzutage allgegenwärtig zu sein. Doch was ist eigentlich Stress?

Der ungarisch-kanadische Arzt Hans Selye prägte den Begriff Stress bereits 1936 und beschrieb damit eine »unspezifische Reaktion des Menschen auf jegliche Anforderung«. Stress, abgeleitet vom lateinischen »stringere« für anspannen, versetzt uns in erhöhte Alarm- und Handlungsbereitschaft, um eine bestimmte Herausforderung oder auch bedrohliche Situation zu meistern. Insofern ist die Stressreaktion eine lebenswichtige Reaktion unseres Körpers und Geistes. Schädlich wird Stress dann, wenn die Stressreaktion über längere Zeit anhält und zu seelischer sowie körperlicher Beanspruchung und Belastung führt.

Wenn von Stress die Rede ist, denken die meisten zunächst an die berufliche Tätigkeit. Viel schwerwiegendere Stressfaktoren finden sich allerdings im zwischenmenschlichen Bereich. Besonders gravierend sind chronische Konflikte in der Paarbeziehung, Ehescheidung, Krankheit oder Tod eines nahen Angehörigen. Weitere Stressfaktoren sind Erkrankungen, Geldmangel und Schulden, Lärm, Ängste sowie Depression. Auch im Beruf spielt nicht die Arbeit selbst die Hauptrolle, sondern vielmehr zwischenmenschliche Faktoren. Mangelnde Führungseignung des Vorgesetzten, fehlende Gestaltungsmöglichkeiten, Zeitmangel und Termindruck, aber auch Unterforderung oder Überforderung sind die wichtigsten Ursachen dafür. Ebenso ist eine längere Arbeitslosigkeit ein starker negativer Stressor.

Zwei Arten von Stress

Es ist von Mensch zu Mensch verschieden, ob eine bestimmte Situation als positiv oder belastend empfunden wird. Der positive Stress (Eustress) zeigt eine belebende Wirkung, fördert Kreativität und Vitalität und bildet die Grundlage, Herausforderungen zu meistern. Eustress führt zu Genugtuung, Zufriedenheit, Entspannung und Erfolgsgefühl. Anders ist es, wenn ein Dauerstress entsteht (maligner Distress). Bei diesem negativen Stress ist der Beginn oft nicht mehr klar bestimmbar, die seelischen und körperlichen Leistungsgrenzen werden wiederholt überschritten. Darüber hinaus führen Erfolgserlebnisse nicht mehr zur Entlastung, sie werden oft gar nicht mehr wahrgenommen. Es kommt zu Selbstzweifeln und Schuldgefühlen – und in der Folge oft auch zu zunehmend ungesundem Verhalten wie vermehrtem Rauchen, übermäßigem Alkoholgenuss, kalorienreichem und ungesundem Essen, Bewegungsmangel und der Einnahme von Beruhigungsmitteln.

Was Sie gegen negativen Stress tun können

Lang andauernder Distress sollte unbedingt vermieden werden, denn er führt auf psychischer Ebene zu Depression, Angst und psychosomatischen Störungen. Er kann auch zu Reizmagen und Reizdarm führen sowie zu Magengeschwüren, Herzrhythmusstörungen, Hörsturz und Tinnitus. Unter Infektanfälligkeit, Hauterkrankungen und chronischen Schmerzen können Betroffene ebenfalls leiden. Besonders wichtig ist es, die Hauptstressquelle zu identifizieren. Oftmals bedarf es eines entschlossenen, mutigen Verhaltens, um die Stressquelle zu eliminieren.

Tipps gegen negativen Stress

  1. Identifizieren Sie die wichtigste Stressquelle
  2. Setzen Sie Grenzen und lernen Sie auch einmal »Nein« zu sagen
  3. Erlernen Sie Zeitmanagement
  4. Bewegen Sie sich und treiben Sie Sport
  5. Tun Sie sich etwas Gutes mit Entspannung, Massagen oder Wellness sowie Freizeitaktivitäten
  6. Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte

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Quelle: Gastbeitrag mit freundlicher Genehmigung und Copyright by Dr. Rainer Hakimi und HALLESCHE Krankenversicherung Stuttgart


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Autorin: Andrea Pawlik

„Meine Güte, was für ein Stress!“ Das sagt sich leicht. Aber hat jeder Beschäftigte auch wirklich gleich Stress, nur weil sich Arbeit auf seinem Schreibtisch stapelt? „Stress ist etwas, das ungesunden Druck in mir auslöst“, sagt Sozialwissenschaftlerin Anke Brandt aus Kiel, die Berufstätige beim Selbstmanagement coacht. „Wenn viel zu tun ist, ich das aber gut abarbeiten kann, stellt auch ein hohes Pensum kein Problem dar.“ Wird die Arbeit allerdings als Hamsterrad, als Bedrohung empfunden, hat man Stress.

Überforderung ist einer der großen Auslöser für Stress – die tatsächliche ebenso wie die gefühlte („Ich muss immer 100 Prozent geben; ich muss es allen recht machen“). Der andere Auslöser ist die Unterforderung. „Sie tritt dann auf, wenn der Mitarbeiter das Gefühl hat, dass seine Fähigkeiten und Ideen in seinem Job nicht wirklich gefragt sind“, sagt Brandt. „Diese Unzufriedenheit löst ebenfalls Stress aus.“ Viel hängt von der individuellen Perspektive ab: Einen engen Zeitrahmen sieht der eine als Herausforderung, ein anderer verzweifelt darüber mit dem Gefühl: „Das schaffe ich nie!“

„An dieser Stelle kommt das Selbstmanagement ins Spiel“, sagt Kommunikationstrainerin Brandt. Schritt eins: „Schärfen Sie Ihre Wahrnehmung für die eigenen Stärken.“ Viele Menschen könnten leichter ihre Schwächen nennen als ihre Stärken, hat sie festgestellt. „Dabei beinhaltet jede Schwäche gleichzeitig eine Stärke. Wer zum Beispiel Schusseligkeit für seine Schwäche hält, kann im Gegenzug meist mit Kreativität punkten.“ Schließlich müsse er immer wieder Lösungen finden, wenn seine Vergesslichkeit ihn in eine vertrackte Situation gebracht hat.

Als zweiten Schritt rät Führungscoach Anke Brandt: „Schreiben Sie auf: Was sind die Situationen im Job, die mir guttun? Welche tun mir nicht gut?“ Auf diesen Notizen basiert Schritt drei. Brandt: „Fragen Sie sich, was Sie verändern möchten.“ In ihren Coachings hört die Trainerin oft: „Ich will meinen Job wechseln! „Doch das ist meistens ein viel zu großer Schritt.“ Und sei oft auch gar nicht möglich. „Was ist es denn genau, das Ihnen nicht an der Arbeit gefällt?“, hakt sie dann nach. „Was raubt Ihnen die Energie? Und was wäre ein realistischer kleiner Schritt in die richtige Richtung?“

Die sprichwörtliche Latte sollten Beschäftigte dabei nicht zu hoch legen. „Fangen Sie mit kleinen Veränderungen an. Zum Beispiel, indem Sie sich kleine Auszeiten gönnen – etwa eine Tasse Kaffee, wenn eine Aufgabe erledigt ist“, rät Brandt. „Oder indem Sie abends ein paar Seiten in einem Buch lesen, statt nur Fernsehen zu gucken.“

Um zu einer positiveren Einstellung zu gelangen, sollten Beschäftigte sich jeden Abend vor Augen führen, was an ihrem Arbeitstag gut war. „Das kann ebenso ein spezielles Gespräch mit einem Kollegen wie auch ein kleiner Spaziergang auf dem Arbeitsweg sein“, sagt Anke Brandt. „Es geht darum, achtsam sich selbst gegenüber zu werden.“

Bleibt noch der innere Schweinehund, der einen überreden will, alles beim Alten zu lassen. „Suchen Sie sich Verbündete, die sich ebenso darum bemühen, Ihren Stress zu reduzieren – und bei denen Sie hin und wieder bedenkenlos Dampf ablassen können.“ Der Lohn für die Suche nach den eigenen Stärken und das Bemühen um eine positive Sicht: „Das Wohlbefinden wächst, es wird immer mehr Situationen geben, in denen ich mich unbelastet fühle“, sagt Anke Brandt. „Das sollte ich mir immer wieder vor Augen führen, um durchzuhalten.“ Denn ohne Mühen wird es nicht gehen: „Veränderung bedeutet immer auch Anstrengung.“

Quelle: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/karriere/article2294278/Achtsam-gegen-den-Stress.html


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Autor: Klaus Werle

Die Zahl der Burnout-Opfer unter Managern wächst rasant. Die Krankheit ist auch eine Folge schlechter Führung. Jetzt zeigt eine Umfrage: Gerade die Leistungsträger fühlen sich bei der Prävention von Unternehmen und Vorgesetzten im Stich gelassen.

Obwohl die Erkrankungszahlen steigen und allein etwa im ersten Halbjahr 2011 jede siebte Krankmeldung auf Burnout oder Depression basierte, wird das Leiden in der Business-Welt überwiegend als Nicht-Thema begriffen. Kaum ein Top-Manager bekennt sich öffentlich zum Ausgebranntsein; allein, dass im Zusammenhang mit der Ablösung von Hartmut Ostrowski als Bertelsmann-Chef das böse B-Wort fiel, schien vielen schon eine hinterhältige Attacke auf den Business-Komment. In der aktuellen Titelgeschichte untersucht das manager magazin, welche Konzerne ihre Mitarbeiter krank machen.

Wenig zu sehen also vom beliebten Vorurteil, der Burnout sei unter Managern salonfähig geworden, gelte mancherorts gar als „Ritterschlag“, nach dem Motto: Wer ausgebrannt ist, demonstriert immerhin, dass er wirklich gebrannt hat für den Job.

Gleichgültig aber lässt die Wirtschaftslenker das Thema nicht – im Gegenteil. Gerade Führungskräften ist bewusst, dass ihr Agieren in einer immer dynamischeren und komplexeren Welt, in immer schlankeren Strukturen und mit immer größerem Verantwortungsdruck, sie besonders anfällig macht für die Symptomatik der chronischen Erschöpfung. Dies belegt eindrucksvoll eine Studie des Deutschen Führungskräfteverbands (ULA): Die rund 360 befragten Fach- und Führungskräfte betrachten den Burnout nicht als Modediagnose, sondern als ernst zu nehmendes Risiko.

So geben mehr als drei Viertel der Befragten an, die Häufigkeit beruflich bedingter Burnouts habe in ihrem Umfeld in letzter Zeit zugenommen. Nur gut jeder Dritte ist der Meinung, die Diskussion sei „übertrieben“ oder „überbewertet“. Doch führen diese Erkenntnisse nicht zu einem offeneren Umgang mit der Krankheit: Stolze 87 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Fach- und Führungskräfte eher dazu neigen, das Burnout-Risiko zu unterschätzen oder zu verharmlosen.

Die Brisanz der Umfrage liegt in der Frage nach den Faktoren, die nach Meinung von Fach- und Führungskräften den Burnout begünstigen: Ganz oben stehen, das mag noch wenig überraschen, „wachsende Arbeitsverdichtung“ und „Termindruck“. Doch gleich darauf folgt „fehlende menschliche und soziale Anerkennung durch Vorgesetzte“ – dies halten die Befragten für deutlich gravierender als etwa „fehlende fachliche Anerkennung“.

Angst um den Arbeitsplatz, mangelnde Identifikation mit dem Job sowie „gefühlte oder tatsächliche Unterbezahlung“ dagegen werden nur von wenigen Befragten als relevante Ursache für chronische Erschöpfung angesehen. Ganz am Schluss der Liste landen übrigens ethische Bedenken gegen die beruflichen Aufgaben.

Eine Folge schlechter Führung

Die Einschätzungen untermauern, was Arbeitsmediziner und Organisationspsychologen seit Langem vermuten: Die Zunahme der Burnout-Erkrankungen ist auch eine Folge schlechter Führung. Nicht Arbeit als solche macht krank, auch nicht in verdichteter oder flexibilisierter Form, sondern ihre schlechte Organisation. Denn Termindruck, Sparvorgaben und permanenter Effizienzsteigerung können weder Unternehmen (die im globalen Wettbewerb stehen) noch einzelne Führungskräfte (die selbst am Erfolg ihrer Firma ein ureigenes Interesse haben) etwas entgegensetzen.

Was sich aber ändern lässt und zudem deutliche Effekte für die Zufriedenheit im Job und damit direkt für die Zahl der Burnout-Erkrankungen haben dürfte, ist die Kultur eines Unternehmens. Insbesondere die Führungskultur. Die Frage also, wie Arbeit verteilt, wie strategische Ziele kommuniziert und wie Leistung bewertet wird. Die Antworten der befragten Fach- und Führungskräfte weisen die Richtung, in die es gehen könnte: Gefordert werden vor allem ein „wertschätzender Führungsstil“, aktives Feedback und eine starke Autonomie in der Erfüllung der eigenen Aufgaben.

Zwar stehen sich die Manager durchaus in der Pflicht zur Prophylaxe: 97 Prozent sehen sich selbst für ihre Gesundheit verantwortlich, mehr noch als Vorgesetzte und Arbeitgeber. Eine bessere Führungs- und Firmenkultur könnte dabei helfen – doch die Hoffnung darauf haben die Meisten offensichtlich bereits aufgegeben.

Denn was die Prävention von Burnouts, aber auch das Verhältnis von Vorgesetzten zu Mitarbeitern angeht, stellen die Befragten ihren Unternehmen durchgehend sehr mäßige Urteile aus. Abgetragen auf der Skala der Schulnoten liegen die Einschätzungen überwiegend im Bereich zwischen „Befriedigend“ und „Ausreichend“.

So wird das Bewusstsein der Unternehmensleitung über die Grenzen der Belastbarkeit von Fach- und Führungskräften im Schnitt mit 3,7 bewertet; das Bewusstsein des Vorgesetzten für die persönlichen Belastungsgrenzen mit 3,2. Selbst Bereiche, in denen zahlreiche Unternehmen in den vergangenen Jahren mit Seminaren, Check-Ups und Prophylaxe-Broschüren mächtig aufgestockt haben, fallen in der Bewertung durch: Sowohl Quantität als auch Qualität betrieblicher Präventionsangebote wie etwa das Gesundheitsmanagement bekommen die Note 3,5 – eine ganz schwache Drei oder eine gute Vier. Solange sich hier nichts tut, wird die Zahl der Erschöpften weiter steigen.

Vorbeugen: Was jeder tun kann, um die Gefahr eines Burnouts zu verringern

Achtsamkeit heißt die Zauberformel der Psychotherapeuten gegen den Burnout. Sie verstehen darunter eine bewusstes In-Sich-Hineinhorchen auf körperliche, seelische und geistige Signale der Erschöpfung, das sorfältige Beobachten der eigenen Arbeitsumgebung und -belastung. Die häufigsten Symptome der Überforderung sind Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen, starke Stimmungsschwankungen und ausbleibende Freude an der Arbeit, an Erfolgen.

Zweites Standbein für das Vermeiden von Burnout ist der bewusste und konsequente Bezug auf die eigenen Werte und Einstellungen. „Sich selbst in den Mittelpunkt des eigenen Lebens stellen“, nennt dies ein Betroffener: „auch und gerade imBeruf.“ Dort heißt es dann oft, Fremdbestimmungen zurückzuweisen. Auch jene der Chefs, die gern überall und permanent über ihre Mitarbeiter und deren Einsatz verfügen. In solchen Situationen geht es darum, ebenso diplomatisch wie deutlich nein zu sagen – und dieses Nein dann auch durchzusetzen.

Dies gelingt nur, wenn im Gegenzug auch die eigenen Ansprüche an die zu erbringenden Leistungen reduziert werden. Burnout-Patienten sind oft Perfektionisten. Den Burnout vermeidet jedoch, wer sich auch mit dem eigenen Mittelmaß oder gar mit Fehlern abfindet.

Schließlich helfen Rituale: „Ein heiliger Termin pro Woche, der unumstößlich genutzt wird für persönliche Erfüllung, für den Spaß am Leben, für sinnliche Genüsse“, wie es Burnout-Spezialist Hans-Peter Unger ausdrückt. Also feste Zeiten für Sport, Theater-, Kino- oder Konzertbesuche, für Ausflüge mit der Familie, für geselliges Essen und Trinken.

Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,835045,00.html


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